Über die systematische Zerstörung der Bildung im Irak

März 20, 2008

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Vor 5 Jahren begannen die US-Amerikaner unter dem falschen Vorwand, der Irak würde Massenvernichtungswaffen besitzen, den Krieg. Die wahren Hintergründe, nämlich das Öl aber hauptsächlich die Sicherung der Stellung des US-Dollars in der Welt, erfuhr niemand.

Seitdem sind mehr als 1 Millionen Iraker Zivilisten gewaltsam umgebracht worden, die gesamte Infrastruktur zerstört, die religiösen Gruppen gegeneinander aufgebracht, die Wirtschaft lahmgelegt, … die Liste ist endlos.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die USA den Irakern Leid, Hass, Korruption und Zerstörung gebracht haben, durch eine Lüge inszeniert.

Man hat ein komplettes Land in die Katastrophe gestürzt, um die eigenen Machtverhältnisse zu sichern.

Aber der Wahnsinn hat auch die Bildung nicht unbetroffen gelassen. Unsere liebe UN, die Gemeinschaft der Vereinten Nationen, die sich so stark für die Sicherung des Weltfriedens einsetzt, hat den Irakern eine Menge unsinniger Sanktionen auferlegt, die sie systematisch in den Abgrund reißen.

Schon vor dem Krieg wurde der Irak im Grunde komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Einfuhrverbote führten zu einem , wie ein Blogger treffend schreibt, “stillen Tot, den die Menschen im Irak sterben”.

Durch die Propaganda der gekauften westlichen Medien erfuhr so gut wie niemand die Wahrheit, über den Zustand im Irak. Dies ist auch heute noch der Fall.

Neben Medikamenten dürfen seit mehr als 10 Jahren auch keine Bücher in den Irak eingeführt werden. Man stellt den Irakern einfach das Wissen ab.

“Die Bildungssituation im Irak ist erbärmlich“, sagt Hans Graf von Sponek, der humanitäre UN-Koordinator in Baghdad. “Eine ganze Generation werde vom Wissensnachschub abgekoppelt. Gleichzeitig sind viele Iraker gezwungen, ihre Bücher auf eigenen Märkten zu verkaufen, weil sie Geld zum Überleben dringender brauchen als Gedrucktes…”

Der Büchermarkt im Irak boomt. Die Menschen suchen verzweifelt nach Informationen. Die neuesten Bücher im Irak sind aus dem Jahre 1980.

So ein Zwischenhändler: “Der An- und Verkauf gebrauchter Bücher begann im grossen Stil während des zweiten Jahrs der UN-Sanktionen. Dieser Markt ermöglichte es den Leuten, wieder Literatur zu kaufen. Nach Jahren des Embargos gibt es keine Buchmessen mehr wie früher, es gibt auch kein Papier, also haben Buchläden keine neuen Bücher. Und die Menschen fingen an, aus Finanznot ihre eigene Bibliothek zu verkaufen und so hat sich das weiter entwickelt.”

Auch wenn die Menschen dort Möglichkeiten gefunden haben, Wissen auszutauschen, ist die Situation dort erschreckend.

Die UN Sanktionen sind ein Angriff auf die Menschenrechte, ein Angriff auf das grundlegende Recht der Freiheit, auf das Recht des Wissens.

Ihr Wissen ist quasi auf dem Stand von vor 30 Jahren, es findet kein kultureller Austausch statt. Wie soll sich so eine Gesellschaft von den Leiden des Kriegs befreien? Garnicht und das ist das Ziel der Besatzungsmacht.

Divide et Impera, teile und herrsche! Damit die Bevölkerung erst gar nicht merkt, was tatsächlich gespielt wird, wird sie in “Linke” und “Rechte”, Inländer und Ausländer, Arbeitnehmen und Arbeitslose, verschiedene religiöse Gruppen… usw. gespalten und gegeneinander ausgespielt. Gleichzeitig wird sie durch Embargos von Medizin und Wissen abgespalten, was zu völligem Chaos führt.

Es gibt ein Sprichwort in der arabischen Welt: Ägypten schreibt, der Libanon druckt und der Irak liest.

Durch die zusätzliche Zensur der staatlichen Druckerei des Iraks wird es aber zunehmend schwieriger, unabghängige Literatur zu erlangen.

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