Jugendlicher diffarmiert Lehrer auf Website

Februar 28, 2008

Neue Seite: Schul-Kritik.de

Wieder einmal macht ein Gerichtsurteil über die Meinung eines Schülers Schlagzeilen.

Wie dieser Spiegelartikel vom heutigen Tag zeigt, flog ein Schüler fast von einer Düsseldorfer Schule, weil er anonym auf seiner selbst gebauten Homepage seine Lehrerin beleidigte.

Wenn ein Schüler seiner Wut Luft machen will, bleibt ihm häufig nur, sein Leid mit anderen zu teilen. An wen aber sollte sich ein Schüler wenden, wenn er sich von einem Lehrer unfair behandelt fühlt oder dessen Methoden nicht hinnehmen kann?

Die Lehrer selbst erklären selbstkritisch wie sie nunmal sind, jeder kann mit Problemen schulischer Ursache zu ihnen kommen. Aber wie sieht die Realität aus?
Der Schüler schuf eine Webseite um seine Meinung über seine Lehrerin zu veröffentlichen. Als die Schule davon Wind bekam, wollten sie den Schüler schon fast hinausschmeißen. Die Eltern klagten sofort gegen diesen Entscheid der Schule und verloren. Das Düsseldorfer Verwaltungsgericht meinte die Schule habe sogar zu milde reagiert und das mögliche Alkoholproblem der Lehrerin wäre auch kein ausreichender Grund gewesen, auch das Alter des 13-Jährigen Jungen entschuldigte die Tat nicht.

Natürlich ist es falsch, Lehrer im Internet öffentlich zu diffarmieren. Was aber steckt dahinter? Hinter dieser Tat steckt die Tatsache, dass dieser Junge sich in seiner Schule nicht gut gefühlt hat, dass er sich nicht getraut hat, mit den Lehrern zu sprechen, dass ihn vielleicht niemand ernst genommen hat oder dass man Kritik seitens der Schüler einfach nicht ernst nimmt und lächerlich macht.

Wie es einigen Autoren von Schul-Kritik selbst auch mal passiert ist, wird hier nicht der verzweifelte Versuch gesehen, Kritik zu üben, auf welche Weise auch immer, sondern einfach nur der pubertäre Versuch eines Jungen, seine Lehrer zu beleidigen.

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9 Antworten zu “Jugendlicher diffarmiert Lehrer auf Website”

  1. Robert N. Sagt:

    Ich habe diese Website nicht gesehen und ich kenne weder die Lehrerin noch den betroffenen Jugendlichen. Also kann ich dazu nichts sagen. Wie sieht es mit euch aus? Quellen?

    Es könnte sich auch um ein Arschloch handeln. Ja, die gibt es auch unter den Schülern…

  2. schwindelfrei Sagt:

    Ein Artikel bezüglich des Themas hängt bei uns für alle sichtbar in der Schule aus. Soll wohl Schüler vor ähnlichen Taten abschrecken.

  3. infinity#Admin Sagt:

    Hallo Robert,
    Leider liegt uns nur der Artikel des Spiegels vor.

    Letztendlich kennt man die genauen Umstände natürlich nicht und klar, es gibt diese Arschlöcher.

    Aber warum sind diese Schüler so drauf? Einerseits spielt das familiäre Umfeld und die Erziehung eine große Rolle. Aber Fakt ist, dass Schule ab dem 6. Lebensjahr das halbe Leben ist und die Menschen prägt. Wie ich finde, oftmals in negativer Hinsicht aber das ist eine andere Sache.

    Ich denke, wie der Artikel schon sagt, dass diese Taten tiefere Ursachen haben, die auch im schulischen Umfeld zu suchen sind. Darum geht es…

    Hallo Schwindelfrei,
    Wiedermal bekämpft man nur die Symptome anstatt die Ursache darin zu erkennen und zu suchen…
    Hier und Hier das gleiche Spiel…

  4. Herr Rau Sagt:

    Ich weiß nicht mehr als im Spiegelartikel steht. Da steht, dass der Schüler eben *nicht* von der Schule geflogen sit, laut Minugn des Richters aber hätte sollen. “Androhung der Entlassung” heißt das in Bayern.

    Könnte ein Arschloch gewesen sein, vielleicht auch nur ein Depp, oder wirklich nur ein pubertierender Teenager.

    “Hinter dieser Tat steckt die Tatsache, dass dieser Junge sich in seiner Schule nicht gut gefühlt hat, dass er sich nicht getraut hat, mit den Lehrern zu sprechen”. Geht mal die Klowände an eurer Schule ab, da stehen sicher ähnliche Sachen. Alles unverstandene Schüler? Das glaube ich nicht.

  5. infinity#Admin Sagt:

    Nicht unverstandene Schüler. Sondern Schüler, nie gelernt haben richtig Kritik zu üben, weil sie anscheinend die falschen Reaktionen bekommen haben.

    Außerdem ist da noch die Tatsache, dass der Lehrer durch die Notenvergabe immer das letzte Wort hat und ich kenne so einige Fälle wo sahcliche Kritik zu persönlichen Nachteilen geführt hat.

    Bzgl. der Entlassung, habe das im Artikel geändert.

  6. Herr Rau Sagt:

    Nicht jeder, der Sachbeschädigung verübt oder Lehrer beleidigt (Klowand oder Internet), will Kritik üben und hat vorher überlegt, ob er mit dem Lehrer spricht. Manche Leute schlagen den einfacheren Weg ein, Frust abzubauen, weil es der einfachere Weg ist, und nicht, weil man ihnen Steine in den Weg legt. Wenn man mit einem Lehrer spricht, dann kommt der immer mit so Scheiß-Gegenargumenten, darauf lässt sich nun mal nicht gern jeder ein.

    Das geht nicht nur Schülern so. Wenn mancher Erwachsene seiner Wut Luft machen Will, schmeißt er auch lieber Steine statt einen Leserbrief zu schreiben. Ist unmittelbar befriedigender. Und natürlicher. Aber nicht zivilisierter.

  7. infinity#Admin Sagt:

    Du hast recht, viele Schüler haben wie ich schon sagte auch familiäre und außerschulische Probleme.

    Und es gibt sicherlich auch viele Lehrer, die sich auf eine sachliche Diskussion einlassen, ohne dem Schüler hinterher eins reinzuwürgen.

    Und natürlich ist es nicht so “cool” für einen Schüler, etwas auszudiskutieren, da diffarmiert man ihn lieber im Internet.

    Aber sich gibt es auch viele Schüler, die neben den familiären Problemen auch in der Schule zuviel Stress haben und dann überreagieren. Ich denke, man sieht in vielen Lehrern heutzutage nicht mehr einen Ansprechpartner sondern nur eine Lehrperson, die dich nach Leistung beurteilt.

  8. Markus Märkl Sagt:

    Also, eine vermeintliche Alkohlkrankheit auf diese Weise zu verbreiten ist einfach keine Kritik, sondern diffamierend und grenzt an eine Verleumdung (Oder ist der Schüler Psychiater? Und: Diskutiert ein Arzt auf seiner Seite die Krankheiten seiner Patienten?).
    Wie infinity schon sagte - er hat nicht gelernt, Kritik zu üben.
    Da sollte wirklich über die Eltern/Elternsprecher/SMV ein Dialog auf anderer Ebene gesucht werden - und das ist sicher für jeden möglich, unabhängig vom Alter und wie wohl oder unwohl man sich fühlt.
    Die Grenze zur üblen Nachrede und zur Verletzung von Persönlichkeitsrechten ist hier überschritten. Sie stellt aber eben auch ein hohes Gut dar, das man bitte auch Lehrern zugestehen sollte.
    Ich halte mich auch an dienstliche Verschwiegenheit, und trage eben so manches Ding, das Schüler loslassen, nicht auf meine Webseiten…

  9. Andreas Kalt Sagt:

    Ich wollte gerade schreiben, dass die anonyme Website halt viel leichter zu machen ist, als jemandem Kritik ins Gesicht zu sagen, aber Herr Rau hat oben meine Meinung sehr treffend ausgedrückt.

    Ich akzeptiere gern, dass viele Lehrer in der Kritikfähigkeit Verbesserungsbedarf haben. Allerdings möchte ich auch betonen, dass viele Schüler eben auch in erster Linie nicht sachlich, sondern emotional auf Probleme reagieren und lieber einen “kleinen Rache-Post” schreiben, als den unbequemen Weg eines Gesprächs zu gehen.

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