Nach mir die Sintflut…
Februar 16, 2008Neue Seite: Schul-Kritik.de
Während ich eben überlegte, wieso sich viele Misstände in unserem Schulsystem über Generationen halten, fiel mir folgendes Problem auf.
Wie wir ja alles wissen, werden die grundlegenden Veränderungen im Bildungssystem von unwissenden Politikern entschieden, die sich am wenigsten mit den Dingen auskennen, die wirklich an Deutschlands Schulen ablaufen.
Wieso aber tun Eltern und Erziehungsberechtigte oder die Schüler selbst nichts oder wenig gegen Probleme wie ungerechte oder anzügliche Lehrer, unlogische Bestimmungen oder Gewaltentwicklung?
Das liegt meistens leider daran, dass sich bei vielen Schülern die Meinung durchsetzt: “Noch die paar Jahre und ich bin hier weg”. Die Misstände werden also akzeptiert und man begnügt sich mit der Vorstellung, dass bald ja alles vorbei sei.
Mit dieser egoistischen “Nach mir die Sintflut”-Einstellung verschließt man nicht nur die Augen vor den Problemen, man reicht diese auch an Generationen folgender Schüler weiter.
Wo diese Tatsachen verschwiegen werden, werden diese bald als Standard und normal angesehen und nicht weiter kritisiert.
Wir müssen lernen, Misstände direkt anzusprechen und dagegen vorzugehen. Auch wenn es seitens der Machtstellung der Lehrer durch die Notenvergabe schwierig ist und im aktuellen System persönliche Nachteile dadurch in Kauf genommen werden müssen. Dies ist leider genau das Produkt dieser Einstellung und verdeutlicht den “Teufelskreis” aus dem wir herauskommen müssen.
Tags: Eltern, Schüler, Schule, Kritik, Schulsystem, Gewalt, Probleme, Missstände, Notenvergabe, Sintflut, Erziehungsberechtigte, Generationen
Februar 17, 2008 um 9:21 Uhr vormittags
Wenn alle Schüler nur denken, sie bräuchten sowieso nicht versuchen, irgend etwas zu ändern, warum gibt es dann Schüler-AGs und eine Schülervertretung?
Finde die Behauptung etwas daneben, es ginge uns nur um uns und nicht auch um die Zukunft der Schule (was eine bessere Schulqualität auch und meist insbesondere für nachfolgende Schülergenerationen einschließt).
Und wieso “Machtstellung” der Lehrer - wenn das Schulleben verbessert werden soll, müssen alle zusammenarbeiten. Dialog hilft, nicht Kleinkrieg.
Februar 17, 2008 um 11:54 Uhr vormittags
Um so zu tun, als würde der Versuch gemacht, etwas zu verbessern oder Mitspracherechte einzuräumen…
Ich denke infinity hat das Problem schon erkannt. Wer mit der Schule fertig ist, möchte davon erstmal nichts mehr hören. Das sollte für jeden nachvollziehbar sein.
Nur eine Anmerkung:
Auf diejenigen, die bereits aus der Schule raus sind, können die Lehrer keinen Druck (mehr) ausüben. Zumindest nicht, solange sie noch keine eigenen Kinder in der Schule haben. Aber das sollte - hoffentlich - nur bei den allerwenigsten der Fall sein, die gerade die Schule verlassen. =O
MfG, Robert Nitsch
Februar 17, 2008 um 12:56 Uhr nachmittags
[quote]Um so zu tun, als würde der Versuch gemacht, etwas zu verbessern oder Mitspracherechte einzuräumen…[/quote]
Sorry, bin da anderer Meinung. AGs und Schülervertretung leisten einen großen Beitrag - sie verbessern (mit) das Schullleben. M.E. sollten Schüler zwar noch mehr Mitspracherecht haben, aber die Behaauptung, sie würden nichts bewegen, finde ich - wie gesagt - daneben.
Die Schülervertretung organisiert Feiern für Schüler und geht auf die Wünsche der Schüler ein - und verbessert. Natürlich kann auch eine Schülervertretung (genauso wie ein Elternbeirat und auch ein Direktorat im Übrigen) nur im begrenzten Rahmen agieren - man kann nicht mal eben das Schulsystem ändern, das ist, denke ich, klar.
Trotzalledem können Schüler vorhandene Sachbestände kritisieren und verbessern - und das Schulleben nicht ganz so trist aussehen lassen.
Februar 17, 2008 um 3:07 Uhr nachmittags
Ich denke, dass ist ganz stark von der jeweiligen Schülervertretung abhängig. Von unsere Schülermitverwaltung hat man lange Zeit überhaupt nichts mitbekommen, feiern werden bis heute nicht veranstaltet ( wie verstehst du in diesem fall “feiern” ? ). Trotzdem ist es natürlich wichtig so eine Mitverwaltung zu haben. Es ist jedoch auch davon abhänig wie stark die Schulverwaltung die Schülermitverwaltung berücksichtigt, dies ist nämlich nicht vorgeschrieben. In diesem Rahmen wäre sicher auch mal ein Beitrag zur Schülermitverwaltung in der Reihe “Kritik üben” interessant…wird vermerkt und werde mir dazu Gedanken machen.
Februar 17, 2008 um 3:24 Uhr nachmittags
Abgesehen davon handelt es sich immern um eine handvoll Schüler, die sich um die grundlegenden Dinge kümmern. Dafür ist die SMV ja hauptsächlich da.
Mit meinem Artikel wollte ich eher auf die persönlichen Bieziehungen zwischen Schüler und Lehrer eingehen.
Und auf das daraus resultierende Problem, dass das Verhalten einiger problematischer Lehrer meistens nicht geahndet und thematisiert wird, weil sich viele Schüler nur Gedanken über ihre eigene Schulzeit und nicht die folgender Generationen machen.
Peace,
Artie
Februar 17, 2008 um 3:52 Uhr nachmittags
“wie verstehst du in diesem fall “feiern” ?”
Partys - Fasching o.ä.. Wir haben zudem noch ein großes Musik”festival” (ein Konzerttag mit versch. Bands, v.a. Schulbands) und viele “kleinere” Aktionen. Alles möglich.
Solange sich noch die “handvoll Schüler” [vgl. Kommentar #5] drum kümmert, versteht sich.
“Es ist jedoch auch davon abhänig wie stark die Schulverwaltung die Schülermitverwaltung berücksichtigt, dies ist nämlich nicht vorgeschrieben”
In Bayern gibt es etwas namens “Schulforum” - da ist bspw. die SMV beteiligt, insofern gibt es durchaus Festlegungen. Weiß jedoch nicht, wie das in anderen Bundesländern ist, denke aber, dass es dort auch etwas ähnliches gibt.
Zudem - eine SMV kann, meine ich, dafür “sorgen”, dass sie berücksichtigt wird. Spätestens, wenn sie fähig ist, einen nicht so leicht vernachlässigbaren Einfluss auszuüben.
“Und auf das daraus resultierende Problem, dass das Verhalten einiger problematischer Lehrer meistens nicht geahndet und thematisiert wird [...]”
Naja, was heißt “geahndet”? Wenn sich ein Lehrer daneben benimmt, sprich: unfair benotet oder dergleichen, dann kann da durchaus eingeschritten werden (Fachbetreuer, Verbindungslehrer, am Schluss Direktor). Da kann schon was bewegt werden. Wird es auch.
Februar 17, 2008 um 4:54 Uhr nachmittags
Wäre es alles so “einfach”, hätten wir diese Seite (bzw. der Blog der vor diesem existierte) nicht ins Leben gerufen. Ich freue mich zu hören, dass es an anderen Schulen funktioniert, wir Teammitgleider mussten jedoch in der Vergangenheit einsehen, dass es nicht immer so klappt, wie es sollte und wie von dir beschrieben.
Februar 17, 2008 um 5:21 Uhr nachmittags
Liebe Nadine,
Es geht einfach auch darum, dass viele Schüler eben nicht dagegen einschreiten.
Und auf die Möglichkeiten über Verbindungslehrer etc dagegen einzuschreiten sind wir in mehreren Artikeln, in der Reihe “Kritik üben” eingegangen.
Es geht immer, aber das Bewusstsein muss sich ändern, da zu wenige Schüler es für nötig halten, gegen Misstände vorzugehen.
Peace
Artie
Februar 19, 2008 um 9:48 Uhr vormittags
[...] und diskutieren Schulthemen, wie sie in ihren Schulalltag vorkommen. Einen Beitrag vor kurzem, Nach mir die Sintflut, hat besondere Fragen aufgeworfen zum Thema Schulreform, Schuländerung: Wieso aber tun Eltern und [...]